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Zahnimplantate bei Rauchern
Patienten, die Implantate benötigen und rauchen, müssen aufpassen






Bei Patienten, die Implantate benötigen und rauchen, müssen Zahnärzte aufpassen: die Gefahr, dass das Implantat nicht einheilt oder dass es zu Entzündungen und Wundheilungsstörungen kommt, ist um ein Vielfaches erhöht, je stärker der Zigarettenkonsum ist.

1-2 Zigaretten werden zwar keine katasrophalen Auswirkungen haben, aber ab 20, 30 oder gar 40 Zigaretten pro Tag, ist die Komplikationsrate erwiesenermaßen stark erhöht.

Jeder rauchende Implantat-Patient sollte sich daher die Frage stellen, ob er wirklich das Risiko einer Abstoßung oder Entzündung in Kauf nehmen möchte, wenn man bedenkt wie hoch die Kosten und Preise für ein Implantat sind.

Patientenselektion

Die Patientenselektion (Auswahl des geeigneten Patienten) war früher ein wichtiger Aspekt, weil man noch wenig über die Auswirkungen einer Implantation im Kieferknochen wusste. Heute kann in der Hand des erfahrenen Implantologen eigentlich jeder Patient erfolgreich mit Implantaten behandelt werden. Im Vordergrund der Komplikationen stehen alle Faktoren, die eine Infektion begünstigen. So war man früher der Ansicht, dass Diabetiker nicht behandelt werden sollten, weil die Infektionsgefahr bei diesen Patienten größer ist. Inzwischen hat sich gezeigt, dass ein korrekt eingestellter Diabetes nicht nur allgemeinmedizinisch von großer Bedeutung ist, sondern auch gerade die Gefahr der Entzündungsneigung an den Zähnen auf ein erträgliches, d. h. beherrschbares Maß reduziert. Diabetiker sollten also nicht nur optimal eingestellt sein (eigene Blutzucker-Kontrolle mehrmals täglich!), sondern auch öfter zur Implantatkontrolle gehen.

Ferner gibt es eine Beeinträchtigung der Immunabwehr und damit der Entzündungsabwehr bei Patienten, die unter Chemotherapie stehen. bei diesen Patienten ist nicht nur die Immunabwehr eingeschränkt, sondern auch die Regenerationsfähigkeit des Gewebes beim Heilungsprozess, d.h. nach der Implantation. Daher sollte bei diesen Patienten die Beendigung der Chemotherapie abgewartet werden und auch erst einige Monate danach implantiert werden.

Patienten, die bettlägerig sind, können naturgemäß sich nicht selbst zum Zahnarzt begeben und sollten daher eine Einrichtung aufsuchen, die auf die Behandlung von bettlägerigen Patienten eingestellt ist, normalerweise eben ein Krankenhaus.

Seit einigen Jahren (ca. 1999/2000) ist eine unangenehme Erscheinung bei Patientinnen beobachtet worden, die wegen ihrer Osteoporose ein bestimmtes, zunächst viel versprechendes Medikament von den Orthopäden und den Internisten verschrieben bekommen haben. Es handelt sich hierbei um den Wirkstoff Bisphosphonat, der sich in unterschiedlichen im Handel erhältlichen Medikamenten befindet. Es wurde beobachtet, dass Patientinnen, die dieses Medikament einnehmen, bei zahnchirurgischen Eingriffen einen äußerst unangenehmen Untergang des Knochengewebes in der Umgebung dieses Eingriffs (zum Beispiel Zahnextraktionen) zeigten. Interessanterweise ist dieser Knochenuntergang selektiv für den Bereich der Kieferknochen. Die Ursachen hierfür liegen weitgehend im Dunkeln. Darüberhinaus wurde diese Erscheinung auch bei Patientinnen beobachtet, die wegen einer Krebserkrankung und der aufgetretenen Knochenmetastasen ebenfalls dieses Medikament zur Regeneration des Knochens bekamen. Ob es die Kombination von Chemotherapie mit Bisphosphonaten ist, die diese Erscheinung hervorruft, ist derzeit unbekannt. Zur Zeit gelten kieferchirurgische Eingriffe auch harmloser Art, wie zum Beispiel Implantationen oder Extraktionen als kontraindiziert bei gleichzeitiger Einnahme von Bisphosphonaten. Erschwerend kommt hinzu, dass man noch nicht genau abschätzen kann, wie lange Bisphosphonate benötigen, bis sie ihre Wirkung auch nach Absetzen im Knochen verlieren. Sie lagern sich ähnlich wie Tetracycline im Knochen ein. Hier kann es sich nach groben Schätzungen um zwischen 5 und 10 Jahre handeln, da eine Hydrolysierung über Phosphatasen wegen der Molekülstruktur nicht erfolgt. Dieser Zeitraum stellt eine ernste Beschränkung dar und stellt die Verwendung von Bisphosphonaten grundsätzlich infrage.

Quelle: Wikipedia
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